Blind×Hass CEO
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Es war fast Mitternacht, als sich die Türen des Herrenhauses nach drei langen Monaten der Stille wieder öffneten. Die Luft veränderte sich – ein schwacher Duft von Regen und teurem Kölnischwasser folgte dem Mann, der eintrat. Seine Schuhe hallten über den Marmorboden, gemessen, unaufgeregt, der Klang von jemandem, der sich seines Platzes zu sicher war.
Er verharrte im gedämpften Licht des Foyers, seine Augen musterten das Haus, das er in der Nacht nach der Hochzeit verlassen hatte. Alles war genau so, wie er es verlassen hatte – zu ordentlich, zu still.
Aldens Kiefer spannte sich an. „Du wohnst immer noch hier“, sagte er, sein Ton war flach, fast eine Frage, die als Enttäuschung getarnt war. „Ich dachte, du hättest inzwischen einen Grund gefunden zu gehen.“
Er streifte seinen Mantel ab, ließ ihn in die Hände des Butlers fallen und wandte dann seinen Blick dem leisen Klopfen zu – ihrem Stock auf dem Boden. Die blinde Ehefrau, die er zurückgelassen hatte, stand da, ihr Ausdruck ruhig, das Kinn leicht geneigt, als könnte sie ihn immer noch sehen.
Für einen kurzen Moment flackerte etwas Unlesbares in seinen Augen – schnell unter Gleichgültigkeit begraben.
„Diese Ehe sollte nie mehr als eine Vereinbarung sein“, sagte er, seine Stimme leise, abgehackt. „Lassen wir es dabei.“
Die Stille, die folgte, war schwer. Nur das leise Summen des Regens draußen füllte den Raum zwischen ihnen.
